Konflikte gehören zum menschlichen Zusammenleben dazu. Wenn sie sich also nicht vermeiden lassen, wäre es zwischenmenschlich eine große Bereicherung zu wissen, wie wir sie beziehungsschonend und konstruktiv lösen können. Zwei ganz unterschiedliche Wege, mit Konflikten umzugehen, sind auf der einen Seite die Mediation und auf der anderen der Prozess vor Gericht.
Was passiert vor Gericht in einem Prozess?
Viele Menschen ziehen vor Gericht, um „Recht“ zu bekommen. Die Hoffnung, endlich Gerechtigkeit und Wiedergutmachung zu erfahren, ist dabei groß. Das traditionelle Grundmodell der streitigen Scheidung oder eines Erbprozesses basiert auf einer Gegnerschaft, denn vor Gericht kann nur einer gewinnen, was der andere verliert. Es geht um „entweder-oder“-Lösungen, während Gemeinsamkeiten ausgeschlossen werden.

Das Gericht erlässt ein Urteil auf der Basis von Gesetz und Recht. Dieses Urteil ist für die Beteiligten bindend. Das Ergebnis wird oft nicht nur von der unterlegenen Partei als frustrierend und wenig zufriedenstellend empfunden. Viele Aspekte, die den Parteien wichtig sind, bleiben wegen der zwingenden Bindung des Gerichts an Gesetz und Recht im Urteil unberücksichtigt.

Häufig macht der Richter den Parteien einen Vorschlag, wie sich die Parteien seiner Vorstellung nach „zur Befriedung“ einigen können. Es besteht mal mehr und mal weniger die Möglichkeit der Einflussnahme auf den vorgeschlagenen Vergleich. Die Inhalte und die Eckpunkte der Vereinbarung entsprechen der persönlichen Rechtsansicht des zuständigen Richters. Diese kann bei einem anderen Richter anders sein - letztlich entscheidet der Richter. Das Ergebnis wird von den Parteien oft als nicht passend und ungerecht empfunden, auch, weil es sich nur um einen kleinen Ausschnitt der zu regelnden Konfliktpunkte handeln kann.

Ein Gerichtsverfahren ist nicht darauf angelegt, über alle rechtlichen Aspekte in einem Prozess zu entscheiden. Gegenstand eines Gerichtsverfahrens ist gewöhnlich nur ein einzelner Streitgegenstand (z.B. Umgang). In einem gerichtlichen Umgangsverfahren wird niemals automatisch auch der Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt mitgeregelt. Hierfür bedarf es im Streitfall der Einleitung eines weiteren gerichtlichen Verfahrens, was zugleich mit weiteren Kosten verbunden ist. Bei hochstreitigen Familienkonflikten sind regelmäßig mehrere Prozesse erforderlich, die viel Zeit, Geld und Nerven kosten.

Von einer Gesamtlösung ist man nach einem geführten Prozess noch weit entfernt. Genau diese wird aber mit der Mediation angestrebt.

Zudem wird nicht bedacht, dass das Gericht den menschlichen Konflikt nicht löst. Im Gegenteil: Die Beziehungsebene zwischen den Beteiligten ist nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung für lange Zeit gestört. Vor Gericht geht es nur um Positionen und Ansprüche und um die Frage, was Recht und was Unrecht ist. Es geht weder um die wechselseitigen persönlichen Interessen der Parteien noch um die Konfliktbereinigung der Vergangenheit.

Das Ergebnis des Gerichtsverfahrens dient nur in seltenen Fällen dem dauerhaften Rechtsfrieden zwischen den Konfliktparteien.
Wie unterscheidet sich die Mediation vom Prozess?
Während die Streitbeteiligten im Gerichtsverfahren die Entscheidung über den Konflikt auf den Richter delegiert haben, liegen die Verantwortung für die Inhalte sowie das Ergebnis der Mediation allein in den Händen der Konfliktpartner.

Die Erfahrung zeigt, dass die in einer Mediation gefundenen selbstbestimmten Regelungen zu wesentlich tragfähigeren Problemlösungen führen als fremdbestimmte. Das liegt darin begründet, dass die Konfliktpartner ihre Interessen und Bedürfnisse besser kennen als jeder Richter. Persönliche Hintergründe, Gefühle und Bedürfnisse spielen beim Versuch der objektiven Entscheidungsfindung eines Richters eine eher untergeordnete Rolle.

Bei der Mediation entscheiden die Beteiligten im Einvernehmen darüber, wie und in welchem Umfang der Konflikt geregelt werden soll. Es können alle subjektiven, individuellen Aspekte „jenseits von Recht und Unrecht“ einfließen. Die erzielten Vereinbarungen der Mediation sind deshalb umfassender und differenzierter als die vor Gericht vereinbarten. Dies führt zu nachhaltigen und zukunftsorientierten Lösungen, die länger Bestand haben.

Das Ergebnis: Mandanten, die mit dem Ergebnis zufriedener sind. Sie streiten sich seltener erneut vor Gericht, weil oftmals der zwischenmenschliche Konflikt bereinigt wurde.

Um zu verhindern, dass der Konflikt vor Gericht ausgetragen wird und ein Richter über „Recht oder Unrecht“ entscheidet, bietet sich die Mediation häufig als letzte Möglichkeit zur außergerichtlichen Konfliktlösung.
Was kostet eine Mediation?
Eine Mediation ist immer kostengünstiger als ein Prozess. Lesen sie hierzu mehr unter:

Kosten einer Mediation

Kostenvergleich – streitige und einvernehmliche Scheidung

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